Zwei Brüder und mein Platz in der ersten Reihe
Zwischen all meinen Beiträgen über Müdigkeit, Zweifel, Schlafmangel und die Herausforderungen des Familienlebens möchte ich heute einmal über etwas sprechen, das mein Herz jeden Tag aufs Neue erfüllt. Über das Zweifach-Mama-Sein. Über meine zwei Jungs. Und über meinen Platz in der ersten Reihe.
Wie aus meinem Sohn ein großer Bruder wurde
Ich liebe es, zu beobachten, wie aus meinem Sohn ein großer Bruder geworden ist. Wie stolz er ist. Wie fürsorglich er manchmal ist. Wie selbstverständlich er seinen kleinen Bruder in seine Welt aufgenommen hat. Und ich liebe dieses kleine Lachen von Joko, wenn der Noah den Raum betritt. Als würde allein seine Anwesenheit die Welt ein bisschen besser machen.
Manchmal schaue ich die beiden an und kann kaum glauben, dass sie wirklich Brüder sind. Dass sie ihr ganzes Leben miteinander verbringen werden. Dass sie gemeinsam groß werden. Und dass ich dabei zusehen darf.
Das Schönste am Zweifach-Mama-Sein
Das Schönste am Zweifach-Mama-Sein sind für mich nicht die großen Meilensteine. Nicht die ersten Schritte. Nicht die ersten Worte…
Es sind diese kleinen Momente dazwischen. Wenn sie sich suchen. Wenn sie sich anschauen. Wenn sie sich umarmen. Wenn sie nebeneinander kuscheln. Wenn der eine lacht und der andere sofort mitlacht.
Zu sehen, wie sehr sie sich liebhaben, ist etwas, das ich kaum in Worte fassen kann. Da sitze ich einfach daneben und denke: So schön, dass der eine den anderen hat. Ja, auch wenn Noah hin und wieder vom Kleinen genervt ist. Aber auch das darf da sein.
Die Wiedersehensfreude
Besonders berührt mich, wenn ich Noah vom Kindergarten abhole. Früher war ich die Erste, die begrüßt wurde. Heute schaut er oft zuerst nach seinem kleinen Bruder. Und kaum hat er Joko entdeckt, wird erst einmal geknuddelt, abgeknutscht und oft auch geweckt.
Ich stehe dann daneben und lächele. Nicht, weil ich plötzlich uninteressant geworden bin, sondern weil ich sehe, wie wichtig die beiden füreinander geworden sind.
Wie sehr sie sich vermissen, obwohl sie manchmal nur ein paar Stunden getrennt waren. Und wie groß die Freude ist, wenn sie sich wiedersehen.
Es sind diese kleinen Augenblicke, die man vorher nicht erwartet und die einen mitten ins Herz treffen.
Joko und seine Freude an Menschen
Joko ist überhaupt ein Mensch, der Menschen liebt. Er ist ihnen so zugewandt, so interessiert, so neugierig auf jeden, der ihm gegenübersteht und starrt die Menschen förmlich an. Wenn jemand mit ihm spricht, schaut er ganz aufmerksam hin. Als würde er versuchen herauszufinden, wer dieser Mensch ist und was ihn ausmacht. Er beobachtet, lächelt, reagiert und sucht immer wieder den Kontakt. Dabei blitzen unten seine zwei kleinen Zähnchen hervor. Seine großen Knopfaugen schauen aufmerksam in die Welt.
Und wenn eine seiner Bezugspersonen nach Hause kommt, passiert jedes Mal dasselbe. Kaum hört er die vertraute Stimme oder sieht die Person zur Tür hereinkommen, beginnt sein ganzer Körper zu zappeln. Seine Arme rudern aufgeregt durch die Luft, seine Beine strampeln und sein Gesicht beginnt zu strahlen. Als wäre gerade das Schönste überhaupt passiert.
Diese Freude ist so ehrlich, so unverstellt und so ansteckend, dass man automatisch mitlächeln muss.
Ein Moment, den ich nie vergessen werde
Gestern Abend habe ich die Jungs ins Bett gebracht. Joko schlief schon. Noah legte sich ganz selbstverständlich neben ihn und legte seinen Arm um seinen kleinen Bruder. Und dann passierte etwas, das mich so sehr schmunzeln ließ.
Auf Noahs großen Arm legte Joko im Schlaf seinen kleinen Arm. Ganz automatisch. Ganz selbstverständlich. Als hätte er gespürt, dass sein großer Bruder da ist.
Er drehte sich ihm im Schlaf zu und kuschelte sich an ihn. Ich stand einfach nur da und habe zugesehen. Es war einer dieser Momente, die man nicht planen kann. Die nur wenige Sekunden dauern und trotzdem für immer bleiben. So viel Vertrauen, so viel Nähe, so viel Liebe zwischen zwei kleinen Menschen. Und ich durfte Zeugin davon sein.
In solchen Momenten wünsche ich mir, die Zeit würde für einen Augenblick stehen bleiben.

Mein Platz in der ersten Reihe
Vielleicht ist das Schönste daran, dass ich nichts dafür tun muss. Ich muss diese Momente nicht organisieren. Ich muss sie nicht erschaffen. Ich darf einfach dabei sein. Ich darf daneben sitzen und beobachten, wie sich die beiden entwickeln. Wie sie größer werden. Wie sie Fähigkeiten dazulernen. Wie sie ihre eigene Beziehung zueinander aufbauen.
Wie aus meinem Einzelkind ein großer Bruder geworden ist. Und aus meinem Baby ein kleiner Bruder, der seinen großen Bruder anhimmelt.
Sehr sehr dankbar 💗
Natürlich gibt es auch bei uns auch laute Tage. Chaos gehört zum Familienleben dazu. Und irgendwann werden vermutlich auch Geschwisterstreitigkeiten dazukommen.
Aber gerade jetzt gibt es so viele Momente, die mich richtig glücklich machen. Momente, in denen ich daneben sitze und beobachte. Wie sie sich suchen. Wie sie sich freuen. Wie sie miteinander lachen und zusammen rumkrabbeln. Wie sie ohneeinander irgendwie gar nicht mehr können.
Wenn ich meine beiden Jungs beobachte, wird mir immer wieder bewusst, wie schnell die Zeit vergeht und wie wertvoll diese kleinen Augenblicke sind.
Joko mit seinen großen Knopfaugen, den zwei kleinen Zähnchen und seiner grenzenlosen Neugier auf Menschen und die Welt.
Noah, der schon kleine Aufgaben übernimmt und schon Momente nach seinem Bruder schaut und mich unterstützt und der so liebevoll in seine Rolle als großer Bruder hineingewachsen ist.
Und ich mittendrin. Mit meinem Platz in der ersten Reihe.
Dankbar, dass ich diese beiden kleinen Menschen begleiten darf. Dankbar, dass ich ihre Entwicklung miterleben darf und dankbar für all die unscheinbaren Augenblicke, die am Ende die größten sind. Denn genau diese Momente sind es, die das Mama-Sein für mich so besonders machen.
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