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Zwischen Zahnen, Wäschebergen, schlechtem Gewissen und Fernweh ❤️

Ein ganz normaler Vormittag. Das Baby schläft endlich auf meinem Arm. Die Waschmaschine ist fertig. Die Wäscheleine hängt voll. Und in meinem Kopf drehen sich die Gedanken ihre Runden.

Dieses Foto entstand an einem ganz normalen Vormittag.

Joko schläft endlich auf meinem Arm. Nach Tagen voller Zahnen, Tragen, Stillen und wenig Schlaf ist für einen kurzen Moment Ruhe eingekehrt.

Nebenan piept die Waschmaschine. Die Leine hängt noch voll. Der Haushalt wartet. Mein Blog wartet. Und irgendwo in meinem Kopf wartet schon der Gedanke daran, dass ich ab Juli wieder arbeiten gehe.

Und ich sitze hier.

Müde.

Erschöpft.

Und voller Gedanken.

Das schlechte Gewissen

Seit Joko auf der Welt ist, begleitet mich ein Gefühl immer wieder: das schlechte Gewissen gegenüber Noah.

Früher hatte ich mehr Zeit für ihn. Mehr Energie. Mehr spontane Ideen. Wir waren unterwegs, haben Ausflüge gemacht, sind einfach losgezogen.

Heute bestimmt oft ein Baby unseren Alltag.

Ein Baby, das gerade zahnt und eigentlich nur eines möchte: Mama.

Nähe.

Körperkontakt.

Getragen werden.

Wenn die Zähne drücken, hilft bei uns oft nichts anderes.

Also sitze ich hier. Mit einem schlafenden Baby auf dem Arm. Während mein großer Sohn wartet.

Und genau das tut weh.

Nicht, weil Noah sich beschwert.

Sondern weil er es oft gar nicht tut.

Er ist verständnisvoll. Rücksichtsvoll. Geduldig.

Viel zu geduldig manchmal.

Und genau das rührt mich oft bis ins Herz.

Denn ich sehe, wie sehr er sich bemüht.

Wie oft er akzeptiert, dass Mama gerade nicht so verfügbar ist wie früher.

Wie oft er zurücksteckt.

Und trotzdem habe ich in den letzten Tagen das Gefühl, dass er auch meinen Frust und meine Erschöpfung abbekommen hat.

Nicht, weil ich ihn weniger liebe.

Sondern weil ich müde bin.

Weil ich manchmal nur noch funktioniere.

Weil Schlafmangel, Dauerlärm und das Gefühl, ständig gebraucht zu werden, irgendwann Spuren hinterlassen.

Danach kommt sofort das schlechte Gewissen.

Ich frage mich, ob ich genug mache.

Ob Noah glücklich ist.

Ob er sich später daran erinnert, dass Mama ständig ein Baby auf dem Arm hatte.

Oder daran, dass sie ihn liebte.

Wahrscheinlich kennen viele Mütter diese Gedanken.

Dieses Gefühl, gleichzeitig alles geben zu wollen und trotzdem das Gefühl zu haben, es reicht nie ganz.

Der ganz normale Wahnsinn

Ich frage mich, ob wir genug draußen sind.

Ob ich genug Zeit für Noah habe.

Ob ich geduldig genug bin.

Und ob es schon wieder Nudeln zum Mittag gab, weil mir für etwas Aufwendigeres einfach die Kraft gefehlt hat.

Manchmal habe ich das Gefühl, allem gerecht werden zu müssen.

Eine liebevolle Mama sein.

Eine geduldige Mama sein.

Den Kindern etwas Gesundes und Nahrhaftes auf den Tisch stellen.

Den Haushalt im Griff haben.

Zeit für beide Kinder haben.

Zeit für meinen Partner haben.

Zeit für meinen Blog haben.

Zeit für mich haben.

Und am besten noch entspannt und dankbar dabei aussehen.

Doch die Wahrheit ist:

An manchen Tagen bin ich einfach froh, wenn am Abend alle satt, sauber und halbwegs zufrieden im Bett liegen.

Dazu kommt der ganz normale Wahnsinn des Alltags.

Wäsche.

Einkaufen.

Termine.

Haushalt.

Der Blog, der gefühlt seit Wochen auf der Stelle tritt.

Und die Frage, wie ich das alles schaffen soll, wenn ich bald wieder arbeiten gehe.

Manchmal wünsche ich mir dann einfach nur eins:

Urlaub.

Nicht unbedingt wegen Sonne oder Hotelbuffet.

Sondern wegen der Vorstellung von Freiheit.

Weil Reisen für mich schon immer mehr war als Urlaub.

Reisen bedeutet für mich Leichtigkeit.

Neugier.

Abenteuer.

Durchatmen.

Vielleicht auch ein Stück von mir selbst.

Manchmal denke ich, ein Urlaub könnte alles heilen.

Die Müdigkeit.

Den Stress.

Die Sehnsucht nach mir selbst.

Wahrscheinlich stimmt das nicht.

Aber manchmal hilft schon die Vorstellung davon.

Und vielleicht reicht das heute

Während ich das schreibe, schläft Joko immer noch auf meinem Arm.

Die Waschmaschine ist immer noch fertig.

Die Wäsche hängt immer noch auf der Leine.

Und nichts davon ist gerade wirklich wichtig.

Denn irgendwann wird dieses Baby nicht mehr auf meinem Arm einschlafen.

Irgendwann wird Noah größer sein.

Irgendwann werde ich mich vielleicht sogar nach diesem Chaos zurücksehnen.

Und vielleicht reicht es für heute, dass wir gesund sind.

Dass mein Baby friedlich schläft.

Dass Noah weiß, wie sehr ich ihn liebe.

Und dass ich mir selbst erlaube, nicht alles perfekt machen zu müssen.

Vielleicht reicht das heute.

Und vielleicht darf ich trotzdem träumen.

Von neuen Orten.

Von anderen Kulturen.

Von langen Sommerabenden irgendwo am Meer.

Eines Tages möchte ich richtig Spanisch sprechen.

Und vielleicht noch einmal für eine Zeit im Ausland leben.

Manchmal erinnere ich mich daran, dass ich nicht nur Mama bin.

Nicht nur Wäscheberge und To-do-Listen.

Sondern auch die Frau, die einmal allein nach Neuseeland geflogen ist.

Die neugierig auf die Welt war und immer noch ist.

Und die ihre Träume noch immer in sich trägt.

Vielleicht führt nicht jeder Traum sofort ans Ziel…

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