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Alleine nach Neuseeland: Warum ich mit Mitte 20 ans andere Ende der Welt reiste

Die Reise, die mein Leben verändert hat.


Manche Entscheidungen kündigen sich ganz leise an.
Und manche verändern später ein ganzes Leben.

Mit Mitte 20 saß ich in einem Café und sagte meiner Familie einen Satz, der damals völlig verrückt klang:

„Ich gehe als Au-pair nach Neuseeland.“

Damals ahnte ich noch nicht, wie sehr diese Reise mich verändern würde.


Zwischen Sicherheit und Fernweh

Eigentlich war mein Weg damals schon ziemlich klar geplant.

Ich hatte gerade meine Ausbildung zur Sozialassistentin abgeschlossen und wollte danach nach Erfurt gehen, um dort die Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Den Platz hielt ich mir sogar noch frei – für den Fall, dass ich nach einem Jahr in Neuseeland wieder zurückkommen würde.

Doch selbst Erfurt fühlte sich für manche Menschen um mich herum schon viel zu weit weg an.

Meine Oma sagte damals zu mir:

„Kind, geh nicht so weit weg.“

Dabei waren es gerade einmal 50 Minuten Autofahrt.

Kurz darauf traf ich zufällig eine ehemalige Freundin bei der Post. Sie erzählte mir, dass sie als Au-pair nach Boston gehen würde. Und irgendetwas hat das in mir ausgelöst.

Ich dachte plötzlich:

Wenn sie das kann, warum eigentlich nicht auch ich?

Vielleicht wollte ich meiner Oma sogar ein kleines bisschen einen Denkzettel verpassen. Denn plötzlich dachte ich:

Wenn Erfurt schon zu weit weg ist, dann gehe ich eben gleich ans andere Ende der Welt.

Und genau so kam ich auf Neuseeland.


Zum ersten Mal wirklich alleine unterwegs

Ich war vorher schon auf kleineren Reisen in Europa unterwegs gewesen. Aber ich hatte Europa noch nie verlassen.

Die Vorstellung, alleine in ein fremdes Land zu fliegen, fühlte sich gleichzeitig aufregend und beängstigend an. Es hat richtig in mir gekribbelt.

Dass man so etwas einfach machen kann.
Dass man einfach losgehen darf.
Dass da draußen plötzlich eine riesige Welt wartet.

Ich war neugierig. Wollte raus. Wollte Neues sehen und herausfinden, wer ich eigentlich bin, wenn ich alles Vertraute einmal hinter mir lasse.

Also bewarb ich mich über aupairworld.com/de, organisierte mein Visum und sprach mit verschiedenen Gastfamilien.

Mit meiner späteren Gastfamilie hatte ich vorher genau einmal geskypet. Sie entschieden sich am Ende für mich, weil das Au-pair vor mir zufällig am selben Tag und sogar im selben Jahr geboren wurde wie ich.


Aufbruch ins Ungewisse

Irgendwann stand ich dann bei uns in der Stadt in einem Laden und kaufte mir meinen ersten richtigen Backpack.

Ich weiß noch genau, wie stolz ich war, ihn in den Händen zu halten.

Plötzlich fühlte sich alles echt an.

Nicht mehr wie eine verrückte Idee.
Nicht mehr wie ein Traum.

Sondern wie etwas, das wirklich passieren würde.

Und dann kam der Teil, vor dem ich fast noch mehr Angst hatte als vor dem Flug selbst: es meiner Familie zu erzählen.

Meinen Freunden hatte ich es vorher schon gesagt und die fanden es einfach nur spannend. Aber bei meiner Familie wusste ich sofort:

Das wird eine ganz andere Nummer.

Also lud ich alle in ein Café ein.

Ich erinnere mich noch genau an dieses Kribbeln in meinem Bauch. Ich hatte Angst, es laut auszusprechen, weil so etwas einfach nicht typisch für meine Familie war.

Aber vielleicht war ich schon immer ein kleines bisschen anders.

Als wir alle am Tisch saßen, sagte ich:

„Ihr wolltet doch wissen, wie es jetzt bei mir weitergeht. Ich habe jetzt eine Antwort für euch.“

Und dann platzte es einfach aus mir heraus:

„Ich gehe als Au-pair nach Neuseeland.“

Plötzlich war es still am Tisch.

So richtig still.

Und dann musste ich erstmal erklären, was ich da eigentlich vorhatte.


Neuseeland: Mein Zuhause auf Zeit

Neue Menschen, neue Orte, neue Erfahrungen.

Ich habe so viel gesehen, gelernt und erlebt. Ich habe gelacht, geweint, gezweifelt und bin über mich hinausgewachsen.

Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass mein Leben größer sein darf als das, was ich mir bis dahin selbst zugetraut hatte.

Schon nach meiner Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel hatte ich meine Fachhochschulreife gemacht und theoretisch direkt studieren können. Aber damals fehlte mir noch der Mut dafür.

Stattdessen entschied ich mich zunächst für die Ausbildung zur Sozialassistentin, weil sie sich greifbarer und sicherer anfühlte.

Erst später – nach all den Erfahrungen, Begegnungen und Reisen – begann ich zu verstehen, wie viel mehr eigentlich in mir steckt.


Was diese Reise mir wirklich geschenkt hat

Heute glaube ich, dass Neuseeland nie einfach nur eine Reise war.

Es war der Moment, in dem ich angefangen habe, größer über mein Leben zu denken.

Der Moment, in dem ich verstanden habe, dass ich mehr kann, als ich mir selbst jahrelang zugetraut hatte.

Also nahm ich all meinen Mut zusammen und begann schließlich doch zu studieren.

Und vielleicht war genau diese Reise der Anfang von allem, was danach noch kam

Manchmal musst du einfach losgehen, um herauszufinden, wer du wirklich bist!

„Wie mein Flug nach Neuseeland verlief und wie mein erster Tag als Au-pair war, erzähle ich im nächsten Beitrag.“

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