Mein Flug nach Neuseeland als Au-pair
Mein Flug, die Ankunft und mein erster Tag am anderen Ende der Welt
Im ersten Teil habe ich erzählt, warum ich mich mit Mitte 20 entschieden habe, alleine nach Neuseeland zu gehen.
Jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer:
mein Flug ans andere Ende der Welt, die Ankunft und mein erster Tag als Au-pair.
Der Moment, als die Flugzeugtüren zugingen
Okay, da saß ich nun im Flugzeug – auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Dubai.
Sieben Stunden Flug.
Und ich habe eigentlich fast die ganze Zeit nur geweint.
Ich hatte solche Angst in diesem Flugzeug. Die Frau neben mir reichte mir irgendwann ein Taschentuch, aber geholfen hat selbst das nicht. Die Tränen liefen gefühlt bis nach Dubai.
Als wir dort landeten, musste ich plötzlich alleine zurechtkommen. Das richtige Gate finden, mit der Bahn durch diesen riesigen Flughafen fahren – für mich war das damals unglaublich aufregend.
Und gleichzeitig war ich wahnsinnig stolz auf mich.
Ich weiß noch genau, wie glücklich ich war, als ich tatsächlich mein Gate am Flughafen in Dubai gefunden hatte. So eine Kleinigkeit eigentlich – aber in diesem Moment fühlte es sich an, als hätte ich gerade etwas Riesiges geschafft.

Der längste Flug meines Lebens
Dann stand der längste Flug meines Lebens bevor.
Von Dubai nach Melbourne.
Ich glaube, es waren zwölf oder vierzehn Stunden – ehrlich gesagt fühlte es sich eher wie eine kleine Ewigkeit an.
Ich saß eingequetscht in der Mitte einer Viererreihe neben einer Tschechin, die nicht besonders viel reden wollte. Und ich hatte damals so ein Bedürfnis, mich zu unterhalten. Wahrscheinlich auch, weil ich unglaublich nervös war.
Mein Englisch war zu dieser Zeit ziemlich schlecht und trotzdem wollte ich irgendwie Kontakt. Einfach nicht alleine sein mit all meinen Gedanken.
Aber stattdessen saß ich dort stundenlang in diesem Flugzeug und hatte das Gefühl, die Zeit würde einfach niemals vergehen.
Melbourne, Panik und plötzlich doch nicht mehr alleine
Bis Melbourne hatte ich ein Ticket. Dort musste ich mich aber nochmal neu am Schalter melden, weil ich kein direktes Anschlussticket nach Neuseeland hatte.
Allein der Gedanke daran hat mich innerlich komplett gestresst.
Was, wenn ich den Anschlussflug verpasse?
Was, wenn ich nicht verstehe, was sie sagen?
Was, wenn ich nicht weiß, wohin ich muss?
Heute klingt das vielleicht banal – aber damals fühlte sich jede einzelne Situation riesengroß an.
Und genau dort, mitten am Flughafen in Melbourne, habe ich plötzlich Jule kennengelernt.
Ich sprach sie einfach an und stellte fest, dass sie Deutsch konnte. Sie war ebenfalls auf dem Weg nach Neuseeland, um dort als Au-pair zu arbeiten.
Und ehrlich gesagt: Das hat mich unglaublich beruhigt.
Plötzlich war ich nicht mehr komplett alleine.
Jule kümmerte sich quasi um alles – wir bekamen unsere Tickets und hatten schließlich unseren Weiterflug nach Auckland, der nochmal ungefähr anderthalb bis zwei Stunden dauerte.
Und irgendwann, völlig übermüdet, emotional und gleichzeitig voller Adrenalin, landete ich schließlich in Neuseeland.
Am anderen Ende der Welt.
Mutterseelenalleine in Auckland
Irgendwann landeten wir schließlich in Auckland.
Nach all diesen Stunden im Flugzeug fühlte sich alles irgendwie unwirklich an. Ich war müde, emotional völlig durch und gleichzeitig voller Adrenalin.
Jule wurde direkt von ihrer Gastfamilie abgeholt.
Und dann stand ich plötzlich wieder alleine da.
Mutterseelenalleine.
Mitten auf einem Flughafen am anderen Ende der Welt.
Ich wartete und wartete auf meine Gastmutter – Doro, und mit jeder Minute wurde ich nervöser. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit bis sie angefahren kam.
In meinem Kopf spielten sich sofort die schlimmsten Szenarien ab.
Was, wenn irgendetwas schiefgegangen ist?
Was, wenn sie mich vergessen hatten?
Was, wenn ich jetzt alleine hier feststecke?
Ich weiß noch genau, wie ich dort stand und innerlich richtig gebibbert habe.
Und dann kam sie endlich.
Alleine dieser Moment war schon eine riesige Erleichterung.

Mein neues Zuhause in Green Bay
Wir fuhren schließlich nach Green Bay – einem kleinen Vorort von Auckland.
Und dort stand es dann: ein kleines, schnuckeliges Holzhaus, das für die nächste Zeit mein Zuhause werden sollte.
Dort lernte ich schließlich Brad, den Gastvater, kennen, außerdem Christina – das damalige Au-pair der Familie – und die beiden Kinder Luka und Theo.
Luka war vier Jahre alt und Theo sechs.
Alles war neu:
- die Stimmen,
- die Sprache,
- die Umgebung,
- einfach alles.
Und trotzdem fühlte sich dieser Moment irgendwie besonders an.
Denn plötzlich wurde mir klar:
Ich hatte es wirklich geschafft.
Ich war tatsächlich in Neuseeland.

Mein erster Tag als Au-pair
Trotz meiner Müdigkeit war ich unglaublich neugierig auf alles.
Christina fragte mich direkt, ob ich den ersten Tag einfach mit erleben möchte. Und genau das taten wir dann auch.
Wir brachten Theo zur Schule und anschließend Luka in den Kindergarten (Kindy genannt).
Danach musste Christina noch zu einem Nebenjob und ließ mich bei Ken, einem anderen Au-pair, den wir im Kindy getroffen hatten.

Und ehrlich gesagt war ich unglaublich dankbar dafür, nicht alleine zu sein.
Ken nahm mich mit und wir gingen zusammen Mittag essen.
Es gab Fish and Chips – mein erstes richtiges Essen in Neuseeland.

Danach zeigte er mir noch einen Aussichtspunkt.
Ich weiß noch, wie surreal sich alles angefühlt hat.
Noch vor wenigen Tagen war ich zuhause in Deutschland gewesen und plötzlich stand ich auf der anderen Seite der Welt.

Ein kleines Zimmer am anderen Ende der Welt
Irgendwann merkte ich aber, dass mein Körper einfach nicht mehr konnte.
Ich war völlig erschöpft.
Also sagte ich irgendwann nur noch:
„Ich glaube, ich muss nach Hause. Ich bin total platt.“
Dort erwartete mich mein kleines Zimmer.
Ein Bett, ein Schreibtisch, ein Kleiderschrank.
Ganz schlicht eigentlich.
Und trotzdem war genau dieses Zimmer plötzlich mein neues Zuhause.
Ich legte mich kurz hin – und schlief einfach bis abends durch.
Der Jetlag hatte mich komplett erwischt.


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