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❤ Mama sein

Warum bekommt man eigentlich Kinder?

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Warum entscheidet sich ein Mensch dafür, Kinder zu bekommen?

Ist es ein hormoneller Wunsch?

Ein emotionaler?

Etwas Rationales?

Oder vielleicht von allem ein bisschen?

Ich glaube, kaum eine Entscheidung im Leben ist gleichzeitig so natürlich und so schwer zu erklären wie der Wunsch nach einem Kind.

Denn Muttersein besteht aus so vielen widersprüchlichen Gefühlen, dass man sie manchmal selbst kaum greifen kann.

Da ist dieses unfassbare Glück.

Diese Liebe, die plötzlich einfach da ist.

Dieses Staunen darüber, dass da ein kleiner Mensch existiert, den man selbst geschaffen hat.

Und gleichzeitig gibt es Müdigkeit.

Überforderung.

Zweifel.

Tage, an denen man zwischen Wäschebergen, Organisation, Arbeit, Haushalt und Schlafmangel einfach nur funktioniert.

Tage, an denen man sich fragt:

Warum wollte ich das eigentlich so unbedingt?

Mama sein ist paradox

Man kann gleichzeitig dankbar und erschöpft sein.

Man kann seine Kinder über alles lieben und sich trotzdem nach Ruhe sehnen.

Man kann erfüllt sein und sich selbst manchmal verlieren.

Und vielleicht spricht nur kaum jemand ehrlich genug darüber.

Denn Muttersein besteht nicht nur aus den perfekten Momenten, die man auf Fotos sieht.

Es besteht aus Nächten mit wenig Schlaf, aus kaltem Kaffee, aus To-do-Listen im Kopf und aus dem Gefühl, ständig für jemanden da sein zu müssen.

Und trotzdem gibt es diese Momente, die alles verändern.

Wenn sie einen anschauen.

Wenn sie zum ersten Mal „Mama“ sagen.

Wenn aus einem krabbelnden Baby plötzlich ein kleiner Mensch wird, der rennt, spricht, lacht, Fragen stellt und langsam seine eigene Persönlichkeit entwickelt.

Man beobachtet, wie sie Interessen entwickeln, wie sie die Welt entdecken und wie sie lernen.

Und manchmal sitzt man einfach nur da und kann kaum glauben, dass man dieses kleine Wesen durchs Leben begleiten darf.

Das alte Ich gibt es nicht mehr

Und manchmal wünsche ich mir noch mehr Kinder.

Und manchmal wünsche ich mir einfach mein altes Ich zurück.

Dieses Ich, das spontan sein konnte.

Das ausgeschlafen war.

Das einfach nur für sich selbst verantwortlich war.

Manchmal frage ich mich, wie mein Leben ohne Kinder wäre.

Vielleicht leichter.

Ruhiger.

Freier.

Aber gleichzeitig weiß ich auch:

Dieses alte Ich gibt es gar nicht mehr.

Denn Mama sein verändert einen.

Nicht nur den Alltag, sondern den ganzen Menschen.

Ich habe durch meine Kinder Seiten an mir entdeckt, von denen ich vorher nichts wusste.

Geduld zum Beispiel.

Eine Geduld, die ich früher niemals gebraucht habe.

Stärke an Tagen, an denen ich dachte, keine Kraft mehr zu haben.

Liebe in einer Intensität, die sich vorher kaum erklären ließ.

Und während die Kinder wachsen, wächst man irgendwie selbst mit.

Man wird weicher und stärker gleichzeitig.

Empfindlicher und belastbarer.

Müder und erfüllter.

Die Welt noch einmal neu entdecken

Vielleicht bekommt man Kinder auch deshalb.

Nicht, weil das Leben dadurch einfacher wird.

Sondern weil es tiefer wird.

Weil man die Welt plötzlich noch einmal durch andere Augen sieht.

Man bleibt stehen, um Käfer zu beobachten.

Man freut sich über Pfützen.

Man entdeckt Dinge wieder, die man längst vergessen hatte.

Kinder erinnern uns daran, dass nicht alles produktiv sein muss.

Dass ein Nachmittag auf dem Spielplatz genauso wertvoll sein kann wie ein erledigter Punkt auf der To-do-Liste.

Und dass Glück oft in den kleinen Momenten steckt.

Die stillen Momente am Abend

Und dann gibt es diese Abende.

Wenn endlich alles erledigt ist.

Wenn man völlig erschöpft ins Kinderzimmer geht.

Wenn sie schlafen.

Dann schaut man sie an und plötzlich ist da wieder dieses Gefühl von Bewunderung.

Für diesen kleinen Menschen.

Für das Leben.

Und vielleicht auch ein kleines bisschen für sich selbst.

Weil man trotz aller Zweifel, trotz Müdigkeit und Chaos jeden Tag wieder aufsteht und weitermacht.

Vielleicht bekommt man Kinder also weder aus rein rationalen Gründen noch nur wegen Hormonen.

Vielleicht bekommt man Kinder, weil man lieben möchte.

Weil man wachsen möchte.

Weil man die Welt noch einmal neu entdecken möchte.

Weil man erleben möchte, wie aus Nähe Bindung wird und aus einem kleinen Baby ein eigener Mensch.

Und vielleicht ist genau das Mama sein:

Dankbar und müde zugleich. ❤️

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