Teil 1: Auswandern nach Mexiko, verlieben und eine Familie gründen
- Studium beendet
- Alles verkauft und nach Mexiko ausgewandert
- Arbeit am Colegio Humboldt Puebla
- Plan: Weltreise über Deutsche Auslandsschulen
- Kennenlernen von Noahs Papa
- Zusammenziehen
- Kuba-Reise
- Kinderwunsch-Gespräch
- Positiver Schwangerschaftstest im Januar
- Leben in Cholula mit Blick auf den Vulkan und Kirche
- Namensfindung Noah

Manchmal kommt das Leben ganz anders, als man es geplant hat.
Als ich 2018 mein Studium der Angewandten Kindheitswissenschaften abgeschlossen hatte, war mein Plan eigentlich klar: Ich wollte die Welt entdecken.
Also verkaufte ich meine Möbel, meldete mich in Deutschland ab und zog nach Mexiko. Dort begann ich meine Arbeit an der Deutschen Schule Colegio Humboldt in Puebla, wo ich in der Kinderkrippe arbeitete.



Mein Plan war nicht, für immer in Mexiko zu bleiben. Deutsche Auslandsschulen vergeben häufig Zweijahresverträge und ich stellte mir vor, nach Mexiko vielleicht nach Namibia, auf die Philippinen oder in ein anderes Land weiterzuziehen.
Ich wollte die Welt sehen.
Doch nur drei Wochen nach meiner Ankunft lernte ich den Mann kennen, der später der Vater meines Sohnes werden sollte.
Drei Wochen in Mexiko und schon verliebt
Eigentlich wollte ich mich auf mein neues Leben konzentrieren. Auf meinen Job, die neue Sprache und das Abenteuer Auswandern.
Doch manchmal hat das Leben seine eigenen Pläne.
Aus einem ersten Kennenlernen wurde schnell mehr. Nach kurzer Zeit zogen wir bereits zusammen und plötzlich fühlte sich Mexiko nicht mehr nur wie ein Abenteuer an, sondern wie ein Zuhause.
Wir lebten damals in Cholula, einer wunderschönen Stadt in der Nähe von Puebla.



Unser Haus war etwas ganz Besonderes. Es hatte zwei Etagen, eine Dachterrasse und einen traumhaften Blick auf den Vulkan Popocatépetl und die berühmte Kirche von Cholula.




Ein Gespräch auf Kuba, das alles veränderte
An Weihnachten reisten wir gemeinsam nach Kuba.


Dort führten wir ein Gespräch, das unser Leben verändern sollte.
Wir sprachen über Kinder. Wir waren beide Anfang dreißig und fragten uns, worauf wir eigentlich noch warten wollten. Wir konnten uns beide vorstellen, Eltern zu werden und beschlossen, es einfach darauf ankommen zu lassen.
Viel Planung gab es nicht. Aber es war eine bewusste Entscheidung. Und sie sollte schneller Realität werden, als wir erwartet hatten. Mitte Januar hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen.

Ich erinnere mich noch gut an diesen Moment. Wir hatten gehofft, dass es klappt, aber trotzdem war es etwas anderes, die Gewissheit plötzlich schwarz auf weiß vor sich zu haben.
Wir freuten uns riesig. Natürlich wusste niemand von uns, was auf uns zukommen würde. Aber wir waren bereit, dieses Abenteuer gemeinsam anzugehen.
Noah bekam seinen Namen schon früh
Eine Entscheidung fiel uns überraschend leicht: der Name.
Wir suchten einen Namen, der sowohl in Deutschland als auch in Mexiko und eigentlich überall auf der Welt funktioniert.
Ein Name, der auf Deutsch, Englisch und Spanisch nahezu gleich ausgesprochen wird.
So kamen wir auf Noah.
Es gab keine langen Diskussionen und keine komplizierten Namenslisten.
Als wir den Namen zum ersten Mal aussprachen, wussten wir beide sofort:
Das ist er.
Schwanger in einem fremden Land
Obwohl ich mich sehr auf das Baby freute, wurde mir schnell bewusst, dass eine Schwangerschaft im Ausland auch Herausforderungen mit sich bringt.
Viele Dinge, die in Deutschland selbstverständlich sind, funktionierten in Mexiko anders.
Gleichzeitig begann für mich eine spannende Zeit voller neuer Erfahrungen.
Ich lernte ein anderes Gesundheitssystem kennen, suchte einen Frauenarzt, informierte mich über Krankenhäuser und stellte mir immer häufiger die Frage, wie es wohl sein würde, mein erstes Kind in einem Land zur Welt zu bringen, das erst seit wenigen Monaten mein Zuhause war.
Damals ahnte ich noch nicht, wie viele Unterschiede mich in den kommenden Monaten erwarten würden.
Und dass die Geburt meines Sohnes zu einer der prägendsten Erfahrungen meines Lebens werden sollte.
